Mechanik eines Kreativwettbewerb-Votings im Einzelnen
Der Ablauf zerfällt in vier Phasen. Zuerst reichen Teilnehmende ihren Beitrag ein, dann prüft die Redaktion oder der Ausrichter die Einreichung, danach öffnet sich das Abstimmungsfenster für das Publikum, und am Ende stehen Auszählung und Preisverleihung. Jede dieser Phasen hat eigene Regeln, und jede Phase kann eigene Ausschlussgründe kennen.
Wie eine Stimme gezählt wird, entscheidet der Ausrichter über das Zählmodell. Verbreitet sind eine Stimme pro Person, eine Stimme pro Konto, eine Begrenzung je Internetadresse sowie Modelle mit täglicher Wiederholung. Manche Wettbewerbe teilen jeder Person einen Vorrat mehrerer Stimmen, die sie auf verschiedene Beiträge verteilen darf.
Der Jury-Anteil ist der Punkt, der ein Kreativwettbewerb-Voting von einer reinen Publikumswahl trennt. Neben dem Publikumsvoting bewertet bei Kreativwettbewerben häufig zusätzlich eine Fachjury, und das Verhältnis der beiden Wertungen zueinander steht in den Teilnahmebedingungen. Ohne diese Angabe bleibt unklar, wie viel eine einzelne Stimme tatsächlich bewegt.
Manche Kreativwettbewerbe zeigen die Beiträge während der Abstimmung anonymisiert. Die Namen der Einreichenden erscheinen erst nach dem Ende des Votings oder gar nicht in der Galerie. Das soll verhindern, dass Bekannte, Follower oder das eigene Umfeld eine Stimme nach Person statt nach Beitrag vergeben.
Der Zwischenstand ist eine eigene Stellschraube. Eine Online-Abstimmung kann so eingestellt werden, dass der jeweils aktuellste Zwischenstand öffentlich einsehbar ist, oder das Ergebnis bleibt bis zur Bekanntgabe verborgen. Sichtbare Zwischenstände erzeugen Dynamik, können aber auch gezieltes Nachkaufen oder koordiniertes Nachlegen in der Schlussphase anstoßen.
Die technische Basis stellen Abstimmplattformen. Bei PollUnit können Teilnehmende ohne Registrierung, anonym, nur mit Passwort oder mit verifiziertem Account abstimmen, und der Erstellende entscheidet vor dem Start, welcher Weg gilt. Für unregistrierte Teilnehmende lässt sich zusätzlich blockieren, wer über dieselbe Adresse schon einmal abgestimmt hat.
Plattformen reagieren auch auf auffälliges Tempo. Wird innerhalb kurzer Zeit versucht, zu oft abzustimmen, sperren manche Dienste den Nutzer für einen Zeitraum von zehn Minuten. Eine solche Sperre ist keine Strafe, sondern eine technische Bremse gegen schnelle Wiederholungen aus demselben Browser oder Anschluss.
Das Zeitfenster gehört zur Mechanik, nicht nur zu den Regeln. Stimmen außerhalb des festgelegten Abstimmungszeitraums fließen nicht in das Endergebnis ein, egal wann sie technisch ankommen. Deshalb lohnt der Blick auf Start- und Enddatum, bevor man über Wiederholungen oder über den Kauf von Stimmen nachdenkt.